JA! Und Dich auch! :-)))
Im Ernst - oder weniger Ernst… Auf meiner Weltrekordfahrt von Düsseldorf nach Nürnberg (die Strecke bin ich mit einem gut motorisierten Bora in 11:30h gefahren - die Holländer wurden von der Leine gelassen und haben die A3 schlicht durch ihre Anwesenheit dicht gemacht) hatte ich u.A. dabei:
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eine blonde Schauspielrin in einem knallengen, roten Cocktailkleid und rot lackierten Lippen (sie sprach nicht viel mit uns). Ich habe vorher und nachher nie wieder von ihr gehört. Hätte sie was Sinnvolles gesagt, würde ich mich vielleicht noch an mehr erinnern.
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einen jungen Schlacks, der ein Modell auf dem Schoß mitgebracht hatte. Das Modell war vielleicht 40 x 40 cm, mit einem Tuch bedeckt, und streng geheim. Er wollte ein Bühnenbild, einen Messestand oder irgend so etwas verkaufen (ich weiß nicht mehr, was das war, die Fahrt ist aber lange her…)
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einen Werbetexter, der einen blöden Spruch nach dem anderen raus gehauen hat, dass man sich gar nicht mehr auf seine Blase konzentrieren konnte, während man auf der Autobahn herumgehüpft ist…
Auch sonst hatte ich viel interessantes Publikum. Bemerkenswert ist der junge Mann, der von MfZ kam, und mir MfG empfohlen hatte. Er war Theologe und schrieb seine Doktorarbeit über christliche Heimaltäre in Kleinasien. Die meisten Heimaltäre der dortigen Christen sind übrigens Sylvester gewidmet. Ich wusste nicht mal, dass es in der Neuzeit noch regelmäßig Christen gibt, die Heimaltäre pflegen, geschweige denn, dass Sylvester in irgend einer Form mit einer Person verbunden ist, die auch noch heilig sein soll…
Ansonsten - die mit Abstand meisten Mitfahrer waren Studenten. Auch die von Bla avisierte Gruppe der Akademiker ist ab und zu dabei: meist Lehrer. Als ich eine (sehr hübsche) Anwältin nach Dresden fuhr, krachte ein Sharan in meinen Golf (legte an der Ampel den Rückwärtsgang ein, schlug das Lenkrad voll ein, und krachte mit der hinteren Fahrzeugecke mitten in meinen Kühler). Die Anwältin hat den Fall übernommen. Sie hat perfekte Arbeit geleistet. Seit dem ist sie meine Anwältin.
Außerdem zu erwähnen sei, dass eine Mitfahrerin vor Sylvester 1988 noch im Januar 1989 meine Freundin wurde - für ein halbes Jahr. Sie hat sich gerade für Design beworben (zum studieren). Sie hat es übrigens geschafft (in Dortmund UND in Düsseldorf, hat dann in Düsseldorf studiert), und sie ist auch heute eine erfolgreiche Designerin, durchaus mit einem bekannten Namen in ihrem Bereich. Damals war sie bei der Einführung des Toyota Lexus nach Deutschland involviert. Sie war die erste Frau, die ich auch nach heutigen Maßstäben wirklich geliebt habe. Die anderen Frauen vorher waren „nice to have“, und wenn nicht, dann nicht - die Nächste bitte. Sie hat mich allerdings auch selbst verlassen, und ich musste lernen, wie man auch DAMIT umgeht. So gesehen war 1989 das Jahr, in dem ich „erwachsen“ wurde
Davon haben alle folgenden Frauen „profitiert“, und ich wurde nie wieder verlassen (andersrum aber sehr wohl, aber das sind andere Geschichten).
Wie man sieht, Mitfahrer zahlen nicht nur Geld, sie geben einem auch sonst viel mit (Wissen, Kultur, Hilfe…). Wegen dieses Mehrwertes biete ich Mitfahren auch jetzt noch an.
Ein Mitfahrer ist wie eine Schachtel Pralinen - man weiß nie was man kriegt.
Man muss nur offen dafür sein, die Pralinen zu probieren… ![]()